Seit dem 13. Mai 2017 ist die Schweiz um eine Komplementärwährung reicher: den Farinet. Die Regionalwährung für den Kanton Wallis ergänzt den Schweizer Franken und die bestehenden komplementären Zahlungssysteme wir beispielsweise WIR oder Bonobo.

Ein Farinet entspricht einem Schweizer Franken und wird aktuell in 119 Geschäften akzeptiert (aktuelle Anzahl findet sich hier). Es wurden insgesamt Farinet im Wert von 500’000 Franken produziert. Sie sind als „Noten“ in den Stückelungen 1, 2, 5, 10, 13, 20, 50 und 100 Farinet verfügbar und können gegen Schweizer Franken bei den Ausgabestellen gekauft werden.

Kunden und Dienstleister

Farinet unterscheidet zwischen zwei Nutzergruppen: den Kunden (Usager) und den Dienstleistern (Prestataire). Kunden setzen Farinet ein, um Produkte und Dienstleistungen bei den teilnehmenden Firmen zu kaufen. Sie können die Farinet nicht mehr in Schweizer Franken tauschen.

Dienstleister sind lokale Unternehmen. Sie akzeptieren Farinet als Zahlungsmittel für ihre Produkte und Dienstleistungen. Sie nehmen einen frei definierbaren Anteil des gesamten Betrages in Farinet. Es kann also sein, dass man seinen Coiffeur zu 50% in Farinet und 50% in Schweizer Franken bezahlt. Nimmt eine Firma mehr Farinet ein, als sie selber wieder einsetzen kann, kann sie diese wieder in Schweizer Franken umtauschen. Dafür bezahlt sie eine Gebühr von 5% des getauschten Betrages.

Betreiber und Zukunft

Betrieben wird die Regionalwährung von einem Verein, der sich in erster Linie durch Vereinsgebühren finanziert – zumindest im ersten Jahr. Es scheint noch offen zu sein, wie sich das Projekt künftig finanzieren wird. Man überlegt sich z.B. die Währung zu einem Barter-System (Mutual Credit) zu entwickeln oder gar als Schwundgeld auszustatten.

Namensgeber ist ein Falschmünzer

Die Regionalwährung wurde übrigens nach dem Falschmünzer Joseph-Samuel Farinet benannt. Er produzierte zwischen 1870 – 1880 vor allem 20-Rappen-Münzen, die bei weiten Teilen der Unterwalliser Bevölkerung mehr Vertrauen genossen, als das Papiergeld der Kantonalbank. Später rankten sich immer mehr Legenden um ihn (Quelle: Wikipedia). Das geht so weit, dass in den FAQ des Regionalwährungsprojektes sogar davon gesprochen wird, er sei so etwas wie der Robin Hood der Alpen.

Es wird spannend sein, die Entwicklung dieses neuen Komplementärwährung zu beobachten.

 

Credits:
Beitragsbild: www.lefarinet.ch

3 Kommentare

  1. Ich war am letzten Samstag auf dem Grab von Farinet in Saillon (nicht zum ersten Mal)
    und möchte gerne Farinet kaufen.
    Wo ist dies möglich ?

    Freundliche Grüsse
    Joseph Karpf

  2. Hallo, vor längerer Zeit schrieb ich ZWEIMAL ans Tourismusbüro in Sion, die Farinet-Scheine betreffend, und habe NIE eine Antwort erhalten. Dann schrieb ich ans Schweizerische Tourismusbüro, die mein Schreiben anscheinend weitersandten, aber ebenfalls ohne Erfolg. Wir sind Schweizer, die im nahen Grenzbereich Deutschlands wohnen und ich würde SEHR gerne eine (oder auch mehrere Werte) dieser Note kaufen. Warum das Stillschweigen – ich erwähnte Vorauszahlung wie auch eine Schweizer-Sendeadresse. Ins Wallis für Ferien, ja, aber eine Gefälligkeit????????

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