Twint und/oder Paymit: Platz genug für zwei?

Apple, Samsung und Google bauen an Mobile Payment-Lösungen, die sie weltweit ausrollen möchten. Der Kampf um Marktanteile hat bei diesen Giganten bereits begonnen.

Der Markteintritt dieser Unternehmen in der Schweiz ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Die Frage ist nur: Wann? Einig scheint man sich zu sein, dass das viele Banken in eine schwierige Situation bringen wird. Deshalb beobachten die Banken diesen Markt schon lange und überlegen, wie sie sich gegen diese ungewollten Mitbewerber wehren könnte.

Die naheliegendste Lösung auf diese Frage ist, selber ein solches Mobile Payment-System aufzubauen und möglichst zu etablieren, bevor die globalen Angreifer die Schweiz erreichen. Soweit eine nachvollziehbare Lösungsidee. Die nächste Frage ist nun natürlich, wer ein solches System aufbauen könnte, damit sich möglichst alle Banken anschliessen. Was liegt näher, als diese Aufgabe der SIX zu übertragen. Gehört diese doch 140 Banken und ist heute schon die Drehscheibe im Schweizer Zahlungsverkehr. Es ist auch nachvollziehbar, dass PostFinance eigene Wege gehen möchte. Denn das Betreiben eines parallelen Zahlungssystemes durch die Post hat in der Schweiz schon fast Tradition.

Soweit wäre alles logisch und nachvollziehbar. Nur leider hat das nichts mit der Realität zu tun. Denn die UBS, ZKB, Raiffeisen, BCGE, LUKB und BCV setzen auf die Lösung Paymit von SIX (siehe Tages-Anzeiger) während sich TKB, SHKB, GKB und BCGE für die Lösung TWINT von PostFinance entscheiden. Ob sich BCGE umentschieden hat oder künftig beide Apps anbieten will ist unklar.

Es scheint also so, als ob in der kleinen Schweiz in der nächsten Zeit zwei Mobile Payment-Lösungen nebeneinander existieren werden. Kunden werden also zwei Wallets füttern, sich zwei Apps installieren und zwei Zugriffcodes merken müssen.

Ist dieser Wettbewerb unter den Systemen nun positiv oder negativ? Wettbewerb ist generell sicher positiv zu bewerten. Es ist aber fraglich, ob diese Uneinigkeit dem Mobile Payment zu einem schnellen Markterfolg verhilft. Im Sinne einer Verteidigung des Schweizer Finanzplatzes gegen globale Disruptoren scheint es aber definitiv nicht sinnvoll.

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