Gestern noch Fantasie – heute schon Realität: Banking mit ChatGPT

Vor wenigen Wochen habe ich in einem Artikel aufgezeigt, wie Banking künftig aussehen wird. Im Zentrum werden KI-Systeme stehen, die direkt mit den Banken verbunden sind. Nutzer werden nur noch die grossen KI-Anbieter wie ChatGPT, Claude oder Perplexity nutzen. Im Chat schreibt man, was man möchte, und die KI führt das aus – egal ob Analyse, Beratung oder Transaktion. KI übernimmt die Kundenschnittstelle – die eBanking-Systeme der Banken werden nicht mehr benötigt.

👉 Ganzer Artikel zum Nachlesen

Was wie Fantasie klingt, wird jetzt schon Realität. Rund zwei Monate, nachdem ich das geschrieben habe. Ok – vorderhand noch nicht in der Schweiz. Trotzdem, mit diesem Tempo hätte ich nicht gerechnet.

OpenAI hat vieles von meinem Artikel bereits in ChatGPT umgesetzt – gemeinsam mit Plaid. Plaid lässt sich ganz grob mit bLink von SIX vergleichen.

Plaid aggregiert die Bankdaten der Kunden in einer Plattform. Das ermöglicht ChatGPT mit nur einer Schnittstelle auf alle Bankdaten der Nutzerinnen und Nutzer zuzugreifen. Es müssen keine Daten mehr hochgeladen werden. Im gewohnten ChatGPT-Umfeld können nun Fragen zu den eigenen Finanzen gestellt werden und ChatGPT beantwortet sie – schnell, verständlich, persönlich.

Die Antwort erfolgt in Textform – zum Teil angereichert mit Grafiken zur Verdeutlichung. Cool.

In einem ersten Schritt stehen Analyse-Funktionen im Vordergrund. So lassen sich Investitionsrisiken oder Ausgabeverhalten analysieren, Budgets erstellen und Szenarien planen.

OpenAi kündigt aber auch gleich an, gemeinsam mit Ecosystem-Partner einen Schritt weiterzugehen. Künftig werden, basierend auf den persönlichen Bankdaten, auch gleich passende Produkte wie Kreditkarten angeboten. Selbstverständlich wird der Antrag auch gleich durch ChatGPT erstellt.

👉 Was bedeutet das für Banken?

Was heisst das nun für die Anbieter von Budget-Apps wie BlueBudget oder Liquid? Lohnt sich die Investition in eine solche App noch, wenn die grossen KI-Anbieter schon in den Startlöchern stehen?

Vermutlich schon. Gerade in der Schweiz: Hier wird es – wie immer – etwas länger gehen, bis sich die Banken öffnen. Lokale Fintechs sind im Vorteil gegenüber ChatGPT, da sie via bLink den Zugang zu den Banken haben.

Gleichzeitig sind sie nicht im starren regulatorischen Korsett der Banken und können deshalb einfacher KI in ihren Apps einbinden und so ähnliche Funktionen wie ChatGPT anbieten.

Und sie können mit bLink auch bereits einen ersten Schritt in Richtung Payment machen. Das ist ein wichtiger Schritt zu Idibeko, meiner Wunschlösung. Wird sie mit BlueBudget oder Liquid schon bald Realität?

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