Digitale Identität – der Schlüssel zur Digitalisierung?

Digitalisierung ist in aller Munde. Nichts, das man gerade zu Digitalisieren versucht. Unser Papiergeld und unsere Münzen werden dank neuer Technologien überflüssig und sollen nur noch als Einer und Nullen im weltweiten Netz existieren. Fotografien hat man nur noch auf seinem Smartphone dabei. Ansichtskarten aus den Ferien schreibt man sich nicht mehr – für das gibt es Whatsapp. Oder man teilt seine Erfahrungen gleich auf Facebook, Twitter oder Instagram. Wenn es mal ein paar Worte mehr sein sollen, dann schreiben wir uns eine E-Mail. Fahrkarten fürs Tram oder die Bahn lädt man sich mittels einem App auch auf sein Smartphone.

Digitalisierung sieht in vielen Geschäftsprozessen aber noch so aus:

  • Dokumente werden digital erstellt
  • Dokumente werden ausgedruckt und unterschrieben
  • Dokumente werde gescannt und digtial archiviert

Der Fehler in diesem Ablauf ist unschwer zu erkennen!

Der Grund dafür ist schnell gefunden: Es gibt nach wie vor keine brauchbare digitale Identität. Eine digitale Identität, die einfach zu benutzen ist und vom Gesetz anerkannt. Und solange es die nicht gibt, werden Verträge von Hand unterschrieben.

Für eine E2E-Digitalsierung von Geschäftsprozess fehlt eine digitale Identität

Warum haben wir bis heute noch keine zuverlässige Art der digitalen Identität resp. einen digitalen Ausweis? Wieso müssen wir immer noch Papierverträge unterschreiben? Eigentlich gäbe es heute ja bereits die SuisseID. Aber warum wird diese Lösung so wenig genutzt? Hier drängen sich folgende Gründe auf:

  • sie ist zu teuer
  • sie ist zu kompliziert
  • sie setzt auf veraltete Technik (USB und Chipkarte)
  • sie ist nur drei Jahre gültig
  • wenig Akzeptanzstellen

SuisseID bietet heute eine Smartphone-Lösung an – um sie nutzen zu können braucht man aber mindestens einmal einen Laptop (oder Computer) mit USB-Anschluss. Heute, wo das Smartphone wohl das wichtigste elektronische Helferlein ist, scheint diese Lösung nicht mehr zeitgemäss. Dazu kommt, dass das Vertrauen der Bevölkerung in eine digitale Unterschrift noch eher gering ist. Was aber angesichts der schwachen Verbreitung eigentlich auch kein Wunder ist.

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Eine durchgehende End-to-End Digitalisierung hängt wesentlich davon ab, wann eine Lösung für die digitale Identität zur Verfügung steht. Eine, die kostengünstig ist und auf breite Akzeptanz stösst. Eine, bei der das Smartphone Dreh- und Angelpunkt ist. Ob die eID dem gerecht werden könnte, ist noch sehr unklar. Denn seit der Ankündigung im 2014 ist es sehr ruhig geworden. Ob da überhaupt noch was läuft?

Bis es soweit ist, werden wir weiterhin Papier ausdrucken und danach wieder scannen. Branchen, die jetzt schon komplett digitalisieren möchten, müssen auf teure Alternativlösungen ausweichen. Wie aktuell die Finanzbranche: Mit Videoidentifikation wird das Fehlen einer etablierten digitalen Identität überbrückt.

Credits
Artikelbild von Flickr (Geoffry Fairchild), CC-Lizenz: CC BY 2.0, Zuschnitt verändert

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