Augmented Reality bei Banken – eine Bestandesaufnahme

Über Augmented Reality, also die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung, spricht man schon seit mehreren Jahren. Einige Anwendungen hat man zwar schon gesehen (zum Beispiel Navigationshinweise auf Karten), so richtig durchgesetzt hatte sich die Technologie aber noch nicht. Es scheint, als fehlten noch etwas die Ideen, wie diese Technologie eingesetzt werden könnte. Dank Pokémon Go, einem Spiel in dem man in das Kamerabild eingeblendete Monster suchen und fangen muss, ist Augmented Reality wieder in aller Munde. Und viele Unternehmen überlegen sich, wie sie diese Technologie einsetzen könnten. Auch im Banking? 

Augmented Reality im Banking

Zugegeben, die Bankenbranche hat sich in der Vergangenheit nicht gerade durch Fantasie und Kreativität ausgezeichnet. Durch die vielen Fintechs, die ihnen den Markt streitig machen, dürfte sich das aber bereits geändert haben.

Wenn es um Augmented Reality geht, schein die Bankenlandschaft aber noch eine öde Wüste zu sein. Zumindest hierzulande. Ein Blick über die Grenzen zeigt: An anderen Orten wird schon fleissig experimentiert. Es lohnt sich also, die ersten Versuche etwas genauer anzuschauen.

Prospekte mit Augmented Reality

Eine erste, vielleicht noch nicht so wahnsinnig spannende Möglichkeit besteht darin, die bestehenden gedruckten Werbebroschüren zum Leben zu erwecken und mit weitergehenden Information zu versehen, wie das ebankIT vorschlägt. Ob das einen wirklichen Mehrwert für den Nutzer bringt scheint zumindest fraglich. Eines ist aber sicher: Durch eine solche Möglichkeit wird sich der Kunde länger und spielerisch mit der Bank und dem Produkt auseinander setzen. Und so wird die Werbebotschaft den Kunden viel stärker erreichen.

Bancomatensuche

Eine weitere, mehr oder weniger offensichtliche Möglichkeit besteht darin, den Kunden das Auffinden der eigenen Geschäftsräumlichkeiten und der Geldautomaten einfacher zu machen. Da es heute fast an jeder Ecke eine Geldbezugsmöglichkeit gibt, scheint diese Anwendung noch nicht wirklich die Killer-Applikation zu sein. Die National Bank of Oman zeigt hier aber schon eine sehr schöne Lösung. Solche Lösungen dürften sich relativ leicht realisieren lassen und tragen zweifellos zum digitalen Image einer Bank bei.

Hauskauf

Kreditvergabe und Hypotheken gehören zum Kerngeschäft von Banken. Es ist also nichts also logisch, wenn eine Bank versucht, die neue Technologie genau in diesem Bereich einzusetzen. Die Commonwealth Bank in Australien zeigt sehr schön, wie man mit Augmented Reality einen wirklichen Mehrwert für die Kunden bieten kann. Schaut man sich eine Strasse durch ihre App an, sieht man, welche Häuser zum Verkauf stehen. Gleichzeitig werden weitere Informationen, wie z.B. der Kaufpreis angezeigt.

Personal Finance Management

Welche Zahlungen habe ich mit meiner Kreditkarte in den letzten Tagen gemacht und für was habe ich Geld ausgegeben? Diese Fragen beantwortet die App der neuseeländischen Bank Westpac. Wenn man seine Kreditkarte durch das Smartphone betrachtet, werden Informationen zu den letzten Zahlungen angezeigt und so aufbereitet, dass man schnell sieht, für was man das Geld benutzt hat. Diese Informationen werden in 3D dargestellt.

Die Lösung von Westpac ist ein gutes Beispiel, in welche Richtung Augmented Reality im Bankenbereich gehen kann.

Kein Limiten im Bezug auf Kreativität

Die Technologie hinter Augmented Reality scheint noch in den Kinderschuhen zu stecken. Die Dame im Video von Westpac meint zum Schluss: „Maybe there are no boundaries, now“. Und genauso ist es – bei Augmented Reality gibt es im Bankenumfeld keine Grenzen. In einer Branche, in der die ersten Protagonisten die Schliessung sämtlicher Filialen fordern oder zumindest prophezeien, dürfte Augmented Reality neue Möglichkeiten eröffnen. Es braucht nur genügend Kreativität. Und Mut.

Man darf also gespannt sein, welche kreativen Ideen unser Leben als Bankkunden schon bald vereinfachen.

Anderer, spannender Bericht zum Thema:
Lessons Pokémon Go Can Teach the Banking Industry

 

 

Credits:
Beitragsbild von Flickr (Tom), CC-Lizenz: CC BY 2.0 (Zuschnitt verändert)

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